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Streak-Tag 380: Sonnige Auslandspremiere

Jetzt ist es endlich passiert – mein erster Marathon im Ausland 🙂

Und dann auch noch im griechischen Teil von Zypern. Da müsste der Zaziki doch erst recht schmecken!

Vier Racebooker rocken den Zypern-Marathon

Begonnen hat das Zypern-Abenteuer am 11. April des letzten Jahres. Elke aus Falkensee verriet uns bei der obligatorischen Pasta-Party vor dem Tangermünder Elbdeichmarathon, dass sie im März 2016 erstmals auf Zypern den Marathon in Angriff nehmen wollte. Bis 2014 lief sie dort regelmäßig im November den Aphrodite Halbmarathon.

Uwe und ich schauten uns an und sofort war uns klar, dass die liebe Elke dort Unterstützung brauchte. Unsere Frauen fanden den Vorschlag den Marathon-Aufenthalt zu einem Urlaub zu verlängern auch nicht unflott. So wurde die Idee nach und nach immer konkreter. Im späteren Verlauf der Planung gesellte sich Nicole aus Schleswig-Holstein noch dazu.

So waren wir also 4 Racebooker aus 4 verschiedenen Bundesländern, die sich zusammen zum Zypern-Marathon begaben.

Zypern-Marathon 2016

Die weiteste Anreise zu einem Marathon in meiner bisherigen Karriere

Die Startunterlagen holten wir am Freitag ab und die Zeremonie mit der Marathon-Flamme gönnten wir uns am Samstag.

Pünktlich um 6 Uhr trudelten wir alle beim Busbahnhof ein, um den Shuttlebus zum Startort zu nehmen. Dieser befand sich unweit von Petra tou Romiou, einem der schönsten Strände Zyperns. Der Legende nach entstieg die griechische Göttin Aphrodite hier den Wellen.

Zypern-Marathon 2016

An den Shuttle-Bussen

Wir mussten aber erstmal an einem heftigen Unfall vorbei, der sich kurz vor unserer Abfahrt auf der Strecke ereignet hatte. Ein Kleinwagen hat sich die komplette Front eingedrückt und blockierte die halbe Straße. Unseren Busfahrer störte das nicht weiter und er fuhr mitten durch die „Beweisaufnahme“ der Polizei. Mit der rechten Seite des Busses touchierte er auch noch die sowieso schon zerbeulte Motorhaube.

Im Startbereich angekommen schauten wir uns zunächst den Felsen der Aphrodite an, sammelten uns zum Gemeinschaftsfoto und wurden dann recht unspektakulär auf die Strecke geschickt. Kein Runterzählen, kein Startschuss, nichts außer go oder sowas.

Zypern-Marathon 2016

Huchtinger an der Geburtsstätte Aphrodite’s (Petra Tox Romion)

Zypern-Marathon 2016

Leider ohne Nicole

Zypern-Marathon 2016

Kurz vor dem „Schnellstart“

Für meinen ersten Auslandsmarathon hatte ich mir nicht viel vorgenommen, da mein malader Körper immer mehr Schwachstellen bekam. Meine Beinmuskulatur hatte sich vom Kaltehofe-Marathon zwar gut erholt, aber die Rippenprellung, die gerade überstandene Erkältung sowie die Probleme mit dem linken Sprunggelenk stimmten mich nachdenklich. Aber da ich schon mal hier bin, kann ich es ja mal versuchen.

Vom Start weg ließen uns Elke und Nicole gewissermaßen stehen. Uwe und ich sind derlei Verhalten schon gewohnt. Wir richteten uns auf einen gemütlichen Lauf ein, denn wir hatten ja sowieso nichts anderes vor. Zumal Uwe ein paar Tage vorher noch umgeknickt ist.

Stabile Seitenlage, Puls 60 und den Ball flach halten, dann klappt das auch mit dem Nachbarn 🙂

Entsprechend ruhig sind wir den Zypern-Marathon dann auch angegangen. Ich hatte im Vorfeld leider keinen Blick in Richtung Höhenprofil verschwendet, was ich gleich zu Beginn bereute. Praktisch bis zur Abbiegung in Richtung Flughafen (KM 13) ging es permanent hoch und runter. Insgesamt hatte ich 205 Höhenmeter auf dem Laufknecht. Für einen echten Norddeutschen sind das quasi ganze Berge.

Zypern-Marathon 2016

Nach dem ersten Anstieg

Kurz hinter dem Flughafen gab es auch die einzige Verpflegungsstelle mit Obst. Dieser Umstand war im weiteren Verlauf des Marathons Gift für mich. Bis dahin hatte weder Uwe mit seinem Fußgelenk noch ich mit meinem maladen Körper irgendwelche Probleme.

Die Strecke verlief ausschließlich auf nicht abgesperrten Straßen und mit so gut wie keinem Schatten. Das Läuferfeld zog sich sehr schnell auseinander und wir liefen im Bereich einer Zielzeit von 5:00 Stunden. Wie gesagt, wir hatten uns nichts weiter vorgenommen 🙂

Die einzigen Lichtblicke waren die Wasserstellen (alle 3 km), das Treffen mit unseren Racebookerinnen (Wendeabschnitte) sowie dem Läufer mit der Nummer 13. Er hatte nicht nur die Frisur eines Clowns, er lief auch so. Nicht vom Laufstil her, sondern seine Dauermacke beim Überholen ließ uns schmunzeln.

Zypern-Marathon 2016

Unser Clown

Sobald Uwe und ich uns näherten, beschleunigte er 40-50 m und lief weiter. Das Spielchen hat der Clown sage und schreibe einige Kilometer mit uns gemacht. Wir hätten ihn deutlich schneller überholen können, aber wie Du mir…….

Nach 5-6 Kilometern waren wir der Auffassung, dass wir ihn leergelaufen hatten und zogen locker an ihm vorbei. Als wir ihn dann 10 Kilometer weiter auf der bekloppten Kreiselwendestrecke begegneten, sah er nicht gerade glücklich aus.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich meine erste Unterzuckerung bereits erfolgreich unter Kontrolle gebracht. Wie gesagt, das Obst fehlte und zwischendurch gab es nur Isogel. Das Zeugs gehört seit dem Hannover-Marathon 2011 nicht gerade zu meiner Favoritenmarathonverpflegung.

Ab KM 28 lief ich nach dem Frankfurter Modell und wir kamen stetig voran. Auf der Hotelstraße ging mein Zuckerhaushalt erneut in den Keller. Ins Ziel musste ich mich letztendlich kämpfen.

Zypern-Marathon 2016

Geschafft!

Statt die Läufer im Ziel erst einmal in Ruhe zu lassen, wurde man gleich interviewt. Ich musste aber dringend Kohlehydrate haben und unterbrach das Interview. Mit einer Unterzuckerung ist nicht zu spaßen.

Zypern-Marathon 2016

Die Belohnung für die Mühen 😉

Unsere beiden Vorwegläuferinnen holten sich nach dem Lauf ihre verdienten Pokale ab. Elke gewann ihre Altersklasse und Nicole wurde dritte.

Zypern-Marathon 2016

Das nachher-Foto der stolzen Finisher

Am Abend genossen wir unser Belohnungsessen im Restaurant Bacchus am Hafen von Paphos. Natürlich inklusive Zaziki und Ouzo.

Fazit: Der Zypern-Marathon ist ein Erlebnis für sich. Der Veranstalter sollte aber mal über eine Ergänzung der Verpflegung nachdenken und die Strecke etwas ändern.

Der Veranstalter hat auf YouTube ein schönes Video online gestellt.

Datum: 6. März 2016 um 7:29 Uhr
Strecke: 42,195 km (Marathon)
Laufzeit: 5:11:05 Stunden
Trainingstyp: Wettkampf
Wetter: Sonne, SW, 2 m/s, 20 Grad

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den schönen Bericht, lieber Andreas. Es war ein rundum schönes Laufwochenende mit Euch auf Zypern. Erholt Euch noch gut bei dem traumhaften Wetter. LG Elke

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