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Tag 101

Samstag, 09.06.2007 um 15:31 Uhr

Erstens kommt alles ganz anders…….

Meine sportliche und organisatorische Vorbereitung auf meinen ersten Marathon nach der Herz-OP war gut. Das dann doch ein paar Dinge anders gekommen sind kann passieren. Fange ich mal mit den Bereichen Startunterlagen und Unterkunft an. Den Veranstaltungsort habe ich quasi auf Anhieb gefunden und die Startunterlagen (Startnummer 8) hielt ich dann auch sehr schnell in meinen Händen. Das Hotel (Jagdhotel Kloster Barthe) habe ich sicherheitshalber am Donnerstag angerufen und darum gebeten bereits gegen 12:30 Uhr schon einchecken zu dürfen, da ich den Marathon mitlaufe und mich noch ein wenig vorbereiten möchte. Na ja, um 14 Uhr haben wir dann endlich das Hotelzimmer beziehen können. Kurz umgezogen und zu Fuß zur Sportanlage des TSV Hesel gegangen, da wir die kurze Strecke nicht unbedingt mit dem Auto zurück legen wollten. Etwas über eine halbe Stunde vor dem Start waren wir dann auf der Anlage.

Papa in der Ostfriesenzeitung - Hesel-Marathon 2007

Papa in der Ostfriesenzeitung.

Eine Minute zu spät ertönte dann direkt neben mir der Startschuß. Ja, leider hatte ich mich ausgerechnet heute das erste Mal an der Startlinie aufgestellt. Es waren auch nur etwas über 50 Läufer/innen zu diesem sehr familiären Marathon angetreten und so war vorne genug Platz vorhanden. Zuerst ging es ca. 700 m durch ein Wohngebiet und danach fast 4 Kilometer durch einen Wald mit unterschiedlichem aber immer sandigem Boden. Nach der ersten Durchquerung (dreimal mussten wir die selbe Runde durchlaufen) hatte ich schon meine Zweifel ob ich in der dritten Runde auch so locker durch diesen Abschnitt kommen würde. Die restliche Strecke ging an Feldern voller Kühe und Windkrafträdern vorbei direkt in die nächste Ortschaft Firrel hinein. Dort liefen wir neben einen Sportplatz entlang direkt durch eine Hochzeitsgesellschaft. Nach Firrel kam dann wieder ein kleines Waldstück, das einen tiefen sandigen Weg hatte. Kurz vor dem Zielbereich liefen wir dann noch einige hundert Meter über Schotterwege. In der ersten Runde lief alles noch sehr rund……zu rund! Denn ich war nach ca. 14 Kilometern etwa 8,5 Minuten unter meiner Zielzeit. Mein größter Fan, der bei jeder Runde geduldig im Startbereich auf mich wartete, sprach mich auch darauf an. Also in der zweiten Runde gehörig gebremst, was ich dann auch machte. Der lange Waldweg bremste mich nämlich automatisch. Richtung Firrel konnte ich mich dann auf dem Asphalt ein wenig erholen. In Firrel lief ich dann ein paar Kilometer im Schlepptau einer Laufkollegin. Bereits jetzt mussten wir der enormen Hitze unseren Tribut zollen und an jeder Verpflegungsstation wurden mindestens zwei Becher Wasser mitgenommen. In dem kleinen Waldstück zwischen Firrel und Hesel hat sich der „Ortsansässige“ übergeben und mir wurde wegen der großen Hitze auch immer schummriger. Aber noch war ich frohen Mutes und noch relativ fit.

Sehr motiviert unterwegs - Hesel-Marathon 2007

Sehr motiviert unterwegs

Die zweite Runde schloß ich dann in meiner Zielzeit von 1:30 Stunden ab und ich war sozusagen endlich in meiner Geschwindigkeit. Die dritte Runde machte meinem Vorhaben eines komplett gelaufenen Marathons dann einen Strich durch die Rechnung und zwar in Form des langen Waldstückes. Die ersten beiden Kilometer (also bis KM 30) lief ich noch recht kontrolliert auf dem tiefen Boden. Danach wurde es für mich aber immer schwieriger, bis ich bei KM 32,5 dann doch eine Gehpause einlegen musste. Danach entwickelte sich dann dieses bei meinem ersten Marathon bereits durchgeführte gehen/laufen Spielchen. Dabei habe ich doch tatsächlich noch ein paar Läufer/innen überholt. Bereits ca. einen Kilometer vor dem Ziel kamen mir wieder die Tränen der Erleichterung und Freude über das Erreichte. Im Ziel hatte ich dann fast die selbe Nettozeit wie bei meinem ersten Marathon vor 21 Monaten in Bremen. Allerdings war die Strecke nach meinem Forerunner ca. 600 Meter länger als die normale Marathonstrecke. Nachdem ich im Ziel war, bekam ich die obligatorische Medaille und ein Zielfoto von SB. Danach goß es über eine Stunde in Strömen. Leider hatten die Stände fast nichts mehr zu bieten. Ein alkoholfreies Erdinger bekam ich aber dann doch noch. Am Erdinger-Stand bekam ich dann auch noch von der nach mir angekommen Läuferin ein wenig „Mecker“, weil ich die letzten 5 Kilometer nicht auf sie gewartet hatte. Warten mussten wir danach leider zu lange auf ein Taxi um endlich ins Hotel zurück zu kommen. Dort angekommen konnte ich meinen gestressten Körper vor dem verdienten Essen endlich ein wenig pflegen.

Fazit: Ein wirklich familärer Lauf in einer schönen Landschaft bei schwülen Temperaturen.

Strecke: 42,195 km
Zeit: 4 Stunden, 47 Minuten und 55 Sekunden
Pace: 6 Minuten und 42 Sekunden
Wetter: Sonne, Wind NO, 3 m/s, 28 Grad

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