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Tag 143

Samstag 21.07.2007 um 18:00 Uhr

Das war heute gaaaaaanz knapp daneben, aber trotzdem ein super Lauf………

Auf die Minute pünktlich wurden die ca. 1.800 Läufer/innen auf die Strecke geschickt. Was sich für mich bei einem Halbmarathon als nützlich erwiesen hat, könnte beim heutigen Marathon gefährlich werden. So dachte ich zumindest am Anfang, denn mit uns Marathonläufern sind auch gleichzeitig die Halbmarathonis und 10 km-Läufer ins Rennen geschickt worden. Anfangs kam es dann auch zum obligatorischen Hauen und Stechen um die besten Plätze. Ganz vorne liefen drei Kenianer, die auch im letzten Jahr für eine Spitzenzeit gesorgt hatten.

Die Strecke führte größtenteils über Asphalt durch die City von Bremerhaven und musste für den Marathon zweimal bewältigt werden. Fast am Ende wurden wir durch den Fischereihafen geführt, wo es auch einen unangenehmen Schotterweg sowie Abschnitte mit Kopfsteinpflaster gab. Überall wurden die Läufer/innen fast frenetisch angefeuert. Zu Beginn des Hafens liefen wir an einem größeren Restaurant am Schaufenster Fischereihafen vorbei, aus dem die Gäste uns sehr gut anfeuerten. Im Hafen selbst lagen einige Schiffe, von denen aus wir auch angefeuert und sogar mit einer Schiffssirene begrüßt wurden. Die Verpflegungstellen waren ausreichend vorhanden und wurden sogar noch von einigen Restaurants sowie Kneipen ergänzt.

Hochkonzentriert - Bremerhaven 2007

Hochkonzentriert

Die ersten 5 Kilometer hatte ich akute Schwierigkeiten überhaupt in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen. Bei Kilometer 10 hatte ich diesen dann, aber leider etwas zu schnell. Zum Glück klinkten sich hier die 10 km-Läufer/innen aus und man hatte etwas mehr Ruhe. Im Hafen selbst waren einige Abschnitte etwas öde, aber die haben mein Tempo nicht gebremst. Zur Hälfte der Strecke mussten wir durch das Ziel laufen und ich hatte knapp zwei Stunden auf meiner Uhr stehen. Hups Dickerchen, wenn Du so weiter läufst, dann könntest Du einbrechen. Zumal die Sonne doch recht heftig mit ca. 24 Grad auf meinen Pelz schien.

Flotter Dress - Bremerhaven 2007

Sinnvoller Dress bei den Temperaturen.

Bei KM 23 überholte ich ein rauchendes Mitglied des 100 MC. Schade, bis dahin waren die Mitglieder des Marathon Clubs 100 in sportlicher Hinsicht immer meine Vorbilder. Als ich bei Kilometer 30 immer noch mit einer Pace von unter 6 Minuten unterwegs war, traute ich meinen Augen nicht. Jetzt bloß nicht einbrechen. Sechs Wochen vorher passierte das nämlich bei KM 32,5. Diese Marke habe ich auch recht locker genommen und weiter ging es zur Wendemarke bei KM 37. Hups, schaffe ich es heute vielleicht doch komplett durchzulaufen? Leider hatte ich mich etwas zu früh gefreut, denn bei KM 39 kam dann der Einbruch. Am nächsten Verpflegungsstand im schnellen Gang einen Becher Wasser und einen Becher Cola runtergeschüttet und weiter gelaufen. Bei KM 40 bekam ich Stielaugen, denn ich war immer noch mit einer Pace von knapp unter 6 Minuten unterwegs. Da liefen mir erstmals Tränen die Wange runter, denn wenn ich die nächsten 2 Kilometer in 30 Minuten schaffe, erreiche ich mein Ziel unter 4:30 Stunden. Als ich kurz vor dem Ziel war, wurde ich während einer akuten Tränenphase fieserwiese geknipst. Am letzten Verpflegungsstand lies ich mir ein wenig Zeit, um für das Finale gerüstet zu sein.

Glücklich im Ziel - Bremerhaven 2007

Überglücklich im Ziel.

Als ich über die Ziellinie lief, wurde ich von den Tribünengästen lautstark und Wunderkerzen schwingend begrüßt. Nach dem Lauf konnte ich meine gelaufene Zeit minutenlang nicht fassen und heulte, was das Zeug hielt.

Fazit: Ein schöner Lauf mit sehr freundlichen Helfern und Zuschauern, aber leider ohne ordentliche Umkleidemöglichkeiten.

Strecke: 42,195 km
Zeit: 4 Stunden, 17 Minuten und 46 Sekunden
Pace: 6 Minuten und 3 Sekunden
Wetter: Sonne, Wind ONO, 2 m/s, 24 Grad

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