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Tag 1.200

Samstag, 12.06.2010 um 15:00 Uhr

Seltsamer Marathon in Ostfriesland…….

Meine dritte Teilnahme beim Ostfrieslandmarathon stand leider unter ungünstigen Vorzeichen. Beim Test-Halbmarathon vor drei Wochen habe ich mir eine Muskelzerrung im rechten Oberschenkel eingehandelt, die ich bis vor zehn Tagen nicht ernst nahm. Danach hatte ich dann die Erkenntnis, bloß kein Risiko einzugehen und es folgten 10 Streakerhaltungsläufe. Man lässt ja seine Serie nicht einfach so abreissen. Der Ostfrieslandmarathon war dann der erste längere Lauf nach dieser Phase. Wie dusselig diese Entscheidung war, stellte sich im Verlauf des Marathons heraus.

Die Anfahrt war normal. Schnell die Startunterlagen abgeholt und noch einen netten Plausch mit einem lieben Laufkollegen sowie neuen Bekanntschaften gehalten.

Vorgenommen hatte ich mir in Hesel einen ruhigen Beginn über 5 KM mit einer Pace von 7:00 Minuten. Danach eine kleine Steigerung in einer Pace von 6:30 Minuten und dann wollte ich einfach mal schauen wie sich meine Beine so anfühlen und ob die Zerrung mich heute in Ruhe lässt.

In diesem Jahr wurde die Startzeit 30 Minuten vorverlegt. Pünktlich um 15:00 Uhr begann für mich das Wagnis „Marathon nach einer Zerrung“. Wie immer in Hesel stand ich auch heute wieder direkt an der Startlinie. Wo hat man denn sonst die Gelegenheit dazu? Vom Start weg ließ ich mich erst einmal von allen anderen Läufern überholen und wartete auf meinen „alten“ Hesel-Gefährten. Mit ihm bin ich dann den ersten Kilometer gelaufen. Nach einem „viel Erfolg“-Wunsch lief ich mein eigenes Tempo, strikt nach Plan. Nach 7 Kilometern hatte ich die ersten Läufer „gefressen“. Bei KM 10 bemerkte ich, dass ich deutlich zu schnell unterwegs war. Also hielt ich Ausschau nach einem langsamen Hasen und fand ihn dann auch prompt. Gitta aus Aurich war mir dann ca. 20 Kilometer lang eine treue und sympathisch, gesprächige Laufpartnerin. Zwischendurch hat sich noch der Essener Rucksackmann zu uns gesellt, der sich leider nicht vorgestellt hat. Bei KM 30 wurde Gitta deutlich langsamer und ich verabschiedete mich von ihr. Wie in Hamburg, so habe ich auch in Hesel nur wieder den Windschatten ausgenutzt 😉

Dann lief ich wieder meine eigene Geschwindigkeit. Bis KM 37 lief auch alles sehr gut. Meine Beine fühlten sich zwar schwer an und schmerzten ein wenig, aber das ist bei meinem 10 tägigen Vorprogramm auch kein Wunder gewesen. Leider habe ich bei einer Baumwurzel meine Füsse nicht rechtzeitig heben können, fädelte dabei sozusagen ein und legt mich der Länge nach auf den Waldboden. Schnell wieder aufgestanden, den Waldboden abgeklopft und kurz geschaut ob ich weiter laufen kann. Ich bin zwar direkt auf mein rechtes Knie gefallen, aber zum Glück hatte ich mir nur ein paar Schrammen zugezogen. Die ersten Meter bin ich gewalkt und so langsam wieder in einen Laufschritt übergangen. Es lief zwar nicht optimal aber es lief, also weiter. Leider machte sich nach dem Sturz wieder meine ehemalige Zerrung bemerkbar, so dass ich bis zum Ziel nur mit Gehpausen voran kam. Als ich hinter der letzten Biegung die Ziellinie vor Augen hatte und zeitlich noch gut dran war, lief ich die letzten Meter durch.

Im Ziel war ich dann heilfroh diesen Marathon doch so gut überstanden zu haben. Nach dem Lauf genoß ich die fürsorgliche Betreuung der Helfer sowie den gespendeten Kuchen. Im Anschluss habe ich auf Volker gewartet und mich nach einem netten Gespräch in Richtung Heimat verabschiedet.

Fazit: Ein erfolgreiches Finish zu einem recht hohen Preis. Die Organisation in Hesel war wieder einmal familiär und absolute Spitze.

Strecke: 42,195 km
Zeit: 4 Stunden, 47 Minuten und 49 Sekunden
Pace: 6 Minuten und 54 Sekunden
Wetter: Sonne, Wind WNW, 6 m/s, 19 Grad

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